Proxmox Backup Server (PBS) ist die Deduplizierungs-Zentrale Ihrer Proxmox-Umgebung: Proxmox VE sichert VMs und Container per vzdump an PBS, Hosts und Dateien landen über den proxmox-backup-client im Datastore — chunk-basiert, dedupliziert und inkrementell. Was der lokalen Umgebung fehlt, ist die räumlich getrennte Kopie. Genau die liefert intercolo i3 als S3-kompatibler Objektspeicher: Sie halten den schnellen, deduplizierten Datastore lokal und schieben eine Offsite-Kopie in die Region de-fra über den Endpoint https://de-fra.i3storage.com — ohne zweites RZ, ohne Bandroboter, bei 99,999999 % Durability und Daten, die das RZ Frankfurt nie verlassen. Neuere PBS-Versionen sprechen S3-Objektspeicher direkt als Datastore-Backend an; wer noch auf älteren Versionen läuft, erreicht dasselbe Ziel über einen Sync-Job auf einen S3-basierten Datastore.
Legen Sie zuerst einen Bucket für die Offsite-Kopie an — per aws-cli gegen https://de-fra.i3storage.com in der Region de-fra (siehe Code unten) oder mit einem beliebigen S3-Tool. Ein eigener Bucket pro Umgebung hält Zuständigkeiten und Abrechnung sauber getrennt.
In der PBS-Weboberfläche unter Configuration → S3 Endpoints tragen Sie Endpoint https://de-fra.i3storage.com, Region de-fra sowie Ihr Access-/Secret-Key-Paar (SigV4) ein. Der Zugriff läuft ausschließlich über diese Schlüssel — kein Passwort-Login. TLS bleibt aktiv, das Zertifikat ist gültig.
Unter Datastore → Add Datastore legen Sie einen Datastore mit Backend S3 an, der auf Ihren Bucket zeigt, und geben ein lokales Cache-Verzeichnis an. PBS legt die deduplizierten Chunks im Bucket ab und hält Metadaten und Cache lokal für zügige Operationen.
Statt direkt nach S3 zu sichern, empfiehlt sich das Muster lokaler Dedup-Datastore plus Offsite-Sync: Richten Sie einen Sync-Job ein, der Ihren lokalen Datastore als Quelle auf den S3-Datastore als Ziel spiegelt. So bleiben Sicherung und Restore lokal schnell, während die Distanz-Kopie automatisch nach Frankfurt fließt. Auf älteren PBS-Versionen ohne S3-Backend zeigt der Sync-Job stattdessen auf einen entfernten, S3-basierten PBS in Frankfurt.
Setzen Sie einen Zeitplan für den Sync-Job (etwa täglich nach dem Backup-Fenster) und definieren Sie die Aufbewahrung über die PBS-Prune-Richtlinie (keep-daily/-weekly/-monthly/-yearly). Die Garbage Collection gibt anschließend nicht mehr referenzierte Chunks frei — auch im S3-Datastore. Die Aufbewahrung steuert damit PBS, nicht der Storage.
Path-Style: https://de-fra.i3storage.com/pbs-offsite · Virtual-hosted: https://pbs-offsite.de-fra.i3storage.com. S3-Endpoint und Datastore konfigurieren Sie in der PBS-Weboberfläche; die AWS CLI dient hier nur zur Vorab-Verifikation.
Zur Erwartungshaltung: i3 Object Storage bietet KEINE storage-seitige Unveränderlichkeit (kein Object Lock/WORM, keine Versionierung). Die S3-Kopie ist damit Ihre räumlich getrennte Offsite-Kopie im 3-2-1-Prinzip (3 Kopien, 2 Medien, 1 extern) — nicht der ransomware-feste Tresor. Für harte Unveränderbarkeit gegen Verschlüsselungsangriffe setzen Sie auf einen lokal getrennten, streng zugriffsbeschränkten PBS-Datastore (eigene Hardware, separate Credentials, idealerweise mit Offline- oder Verify-Fenstern) und nutzen die S3-Kopie als günstige Distanz-Sicherung. Zusätzlichen Schutz liefert die client-seitige Verschlüsselung von PBS (siehe unten): Im Objektspeicher liegen dann ausschließlich verschlüsselte Chunks.
PBS spielt seine Stärke lokal aus: chunk-basierte Deduplizierung und inkrementelle Sicherungen sorgen dafür, dass nur geänderte Blöcke geschrieben werden — das spart Speicher und macht Restores schnell. Genau deshalb gehört der aktive Datastore auf lokale, schnelle Disks. Der Objektspeicher übernimmt die andere Hälfte der 3-2-1-Regel: die günstige, skalierbare Kopie an einem anderen Ort. Da PBS bereits dedupliziert und auf Wunsch verschlüsselt, wandern nur kompakte, unlesbare Chunks nach Frankfurt. Sie zahlen für effektiv genutzten Speicher ab 2,49 € pro TB/Monat — ohne die Egress-Überraschungen der US-Hyperscaler, denn pro gebuchtem TB ist 1 TB Egress inklusive.
Wie viele Wiederherstellungspunkte wie lange bleiben, legen Sie über die PBS-Prune-Richtlinie fest (keep-last, keep-daily, keep-weekly, keep-monthly, keep-yearly). Prune markiert abgelaufene Snapshots — der Speicher wird erst durch die Garbage Collection wieder frei.
Die GC entfernt Chunks, die von keinem Snapshot mehr referenziert werden. Planen Sie sie regelmäßig pro Datastore ein; auf dem S3-Datastore räumt sie ebenfalls nicht mehr benötigte Objekte ab. So entspricht der belegte Speicher exakt dem, was Ihre Aufbewahrung vorgibt.
Der Sync-Job hält den S3-Datastore als Offsite-Spiegel des lokalen Datastore aktuell. Er überträgt nur fehlende Chunks (inkrementell) und lässt sich zeitlich nach dem Backup-Fenster planen — die Distanz-Kopie entsteht automatisch, ohne manuelles Zutun.
Verify-Jobs prüfen die Integrität der Chunks per Prüfsumme. Auf dem lokalen Datastore ist das kostenneutral; auf dem S3-Datastore liest Verify Daten zurück und erzeugt Egress — planen Sie die Häufigkeit bewusst oder verifizieren Sie primär lokal.
| Wasabi | Backblaze B2 | intercolo i3 | |
|---|---|---|---|
| Standort / Datenhoheit | EU-Region wählbar, US-Konzern | EU-Region wählbar, US-Konzern | RZ Frankfurt, 100% DE, DSGVO/AVV |
| Endpoint | s3.eu-central-*.wasabisys.com | s3.eu-central-*.backblazeb2.com | https://de-fra.i3storage.com (de-fra) |
| Egress-Modell | 'kostenlos' bis Speichermenge, dann gedrosselt | 1 TB frei/Tag, dann pro GB | 1 TB inkl./TB, dann +3,99 €/TB |
| Ab-Preis Storage | Listenpreis US$/TB | Listenpreis US$/TB | 2,49 €/TB |
| Storage-Immutability | Object Lock verfügbar | Object Lock verfügbar | Nein — Offsite-Kopie im 3-2-1 |
| Support / Ansprechpartner | Ticket, EN | Ticket, EN | Direkt, deutsch, RZ-Team |
| Strom | variiert | variiert | 100% Ökostrom |
i3 verschlüsselt nicht at-rest — und genau deshalb behalten Sie die Kontrolle selbst: PBS unterstützt client-seitige Verschlüsselung. Hinterlegen Sie in Proxmox VE für den PBS-Storage einen Verschlüsselungsschlüssel (bzw. im proxmox-backup-client), dann werden die Chunks VOR dem Upload verschlüsselt. Im lokalen wie im S3-Datastore liegen anschließend ausschließlich unlesbare Chiffrate; der Schlüssel verlässt nie Ihre Infrastruktur. Der Transport ist zusätzlich per TLS gesichert. Das ist der saubere Weg für sensible Daten: kein Provider, auch wir nicht, kann die Backups lesen. Sichern Sie den Schlüssel getrennt und redundant — ohne Schlüssel kein Restore.
Der teuerste Fehler beim Offsite-Backup ist der ungetestete Restore. Bei US-Hyperscalern bestraft jede Rückholung und jeder Integritätslauf mit Egress-Gebühren. Hier ist pro gebuchtem TB Storage 1 TB Egress inklusive: Sie holen einzelne VMs, Container oder Dateien aus dem S3-Datastore zurück und validieren Ihre Recovery-Kette, ohne dass die nächste Rechnung explodiert. Restores und Verify-Läufe auf dem S3-Datastore lesen Chunks zurück und erzeugen entsprechend Egress; darüber hinausgehender Traffic wird transparent mit +3,99 €/TB abgerechnet — planbar statt überraschend. Tipp: Für die schnelle, kostenneutrale Wiederherstellung greifen Sie zuerst auf den lokalen Datastore zu und nutzen die S3-Kopie als Rückfallebene, wenn lokal nichts mehr steht.
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